Freitag, 21. April 2017

Save Nutrition Network….



….Experten-Netzwerk für die qualitätsgestützte Prävention
Da tut sich für mich doch gerade als VDD- Mitglied eine sehr große Türe für ein neues Betätigungsfeld auf, wobei es dieses Feld ja schon länger gibt. Über den neuen LeitfadenPrävention habe ich schon vor einiger Zeit etwas geschrieben.
Es gibt Geld für Präventionsmaßnahmen, aber diese Gelder  sind natürlich an zertifizierte Konzepte geknüpft.
Ich kenne mich selbst: Ich mag diesen ganzen Bürokratiekram nicht. Ich empfinde es als stressig meine Inhalte in eine Form zu bringen. Das ist eine Arbeit, die ich nicht gerne mache.
Es gibt aber Menschen, die das können, wie z.B. Hanna- Kathrin Kraaibeek von der Kraaibeek GmbH. Frau Kraaibeek hat eine Kooperation mit dem VDD e.V  geschlossen.
Gemeinsam wurde die Dachmarke  „save nutrition network“ entwickelt. 
Die Aufgaben der Dachmarke sind, dass Anfragen von Institutionen gemeinsam bedient und bearbeitet werden. Und mir gefällt das Motto sehr gut:“Einer alleine kann nichts erreichen“. Ich mag ja das Netzwerken :-)
Das gibt mir als VDD-Mitglied ganz viel an die Hand.
Save nutrition network bietet mir z.B.
·        - bietet Unternehmen, Krankenkassen und Institutionen qualitätsgesicherte Konzepte und qualifizierte Akteure
·         -bietet Ihnen bereits zertifizierte Kurskonzepte für die Individualprävention und Konzepte für die betriebliche Gesundheitsförderung (siehe www.vdd.de)
·         -qualifiziert Sie
·         -stellt Ihnen professionelle Materialien zur Verfügung
·         -übernimmt das Marketing und platziert Angebote im bundesweiten Markt
·         -generiert idealerweise Jobs für VDD-Mitglieder
·         ….. lest einfach selbst hier  weiter.


Ich höre jetzt schon die Zweifler und Zauderer mit den Einwänden:
Ich muss da teure Konzepte kaufen und jährlich eine Nutzungsgebühr entrichten.
Das ist richtig. Aber den Blickwinkel bitte mal in eine andere Richtung drehen.
Mir wird da gaaaanz viel Arbeit abgenommen (s.o. )und natürlich auch Zeit und es gibt da einen Satz:“Zeit ist Geld“
Diese Zeit wurde bereits von der Kraaibeek GmbH investiert und jede/r von uns möchte entlohnt werden, oder?
Ich möchte gerne Mitglied dieses Netzwerkes werden, weil ich es als Chance sehe meinen Arbeitskreis auszuweiten, meinen Blick neu zu schärfen, raus aus eingelaufenen Pfaden
Die Ernährungstherapie wird mir immer bleiben, aber ich habe Lust auf etwas Neues.
Und ich fände es total spannend, dadurch dann auch Kolleginnen und Kollegen aus diesem Netzwerk „live“ kennenzulernen.
Ein ganz dickes Dankeschön an die Mitarbeiter und Mitarbeiterinnen des VDD, die das für uns möglich gemacht haben.



Donnerstag, 20. April 2017

Der Umgang mit dem Thema "Tod"

Ich hatte in den letzten Tagen einen Termin in einer Familie, von der ich wusste, dass dort ein junger Mensch vor einigen Wochen aus dem Leben gegangen ist.
Der Termin ist nicht abgesagt worden, also hat sich der Klient dafür entschieden, dass ich kommen darf.
Ich habe für mich bemerkt, dass ich mir im Vorfeld viele Gedanken gemacht habe.
Wie gehe ich mit dem Thema um? Muss ich es ansprechen und wenn ja, wie?
Am Tag des Termins habe ich für mich beschlossen, dass ich auf das reagiere, was mir an "Signalen" geschickt wird. Wenn von sich aus auf das Thema angesprochen wird, dann reagiere ich gefühlsmäßig "aus dem Bauch" heraus. Wenn nicht, dann ist es die Entscheidung des Klienten.
Es war eine Entscheidung, mit der ich mich gut gefühlt habe.
Es war eine ganz "normale" Beratung. Es stand eine Bild auf dem Regal mit einer Kerze davor.
 Nebenbei lief das Radio.
Die Begrüßung war locker, Thema war nur das anstehende Ernährungsthema.
Jeder Mensch geht mit seiner Trauer individuell um. Wäre ich angesprochen worden auf das,was in der Familie passiert ist, hätte ich auf meine Weise reagiert.
Aber mir hat dieses Erlebnis wieder gezeigt, dass ich mir manchmal zu viele Gedanken im Vorfeld mache, was komplett unnötig ist.  Ich muss einfach  darauf achten,was mein Gegenüber möchte.
Eben "Signale" deuten und wenn es nur kurze Nebensätze sind.
Bildrechte: S. Hagedorn

Mittwoch, 12. April 2017

"Warum gerade ich?"

Vor einigen Tagen hatte ich einen jungen Klienten in der Beratung mit der Diagnose Laktoseintoleranz.
Das ist soweit nicht schlimm, denn es gibt mittlerweile viele Lebensmittel, die die Klienten dabei unterstützen, dass sich im Leben nicht allzuviel ändern muss.
Im Erstgespräch ist mir erzählt worden, dass es auch eine Magen -und Darmspiegelung durchgeführt worden ist. Diese Unterlagen waren gerade nicht parat. Sie sollten mir bei Mal zugeschickt werden.
Zwei Tage später hatte ich den Befund im virtuellen Briefkasten.
Es war notiert , dass eine Sprue Typ MARSH 1 vorliegt wobei dann noch differenziert wurde, dass es sich um eine Protein-Unverträglichkeit handeln würde.
Sprue ist der veraltete Begriff für Zöliakie und das Protein um das es geht ist das Gluten.
Für den Klienten heißt das jetzt umstellen auf eine glutenfreie Kost.
Der Klient war schon sehr aktiv was Dr. Google anging, wusste also schon, was da auf ihn zukommt.
Im Laufe des Gesprächs hat sich dann aber ganz viel Frust entladen.
Warum bin ich nur zum Arzt gegangen wegen meines Eisenmangels?
Ich habe bisher immer gesund gegessen? Warum ich?
Das soziale Leben - das ist für mich vorbei. Wenn ich auf Feten gehe, dann kann ich immer voressen, denn beim Grillen gibt es meistens Fleisch. Das esse ich aber nicht, ich esse immer nur das Brot.
Da war ganz viel Verzweiflung, ganz viel Frust, aber auch Sorge.
Ich sehe mich in der Beratung immer als eine Art "Hinweisgeber". Ich gebe das weiter, was ich aus den Befunden lese und was eine geeignete Maßnahme ist um die Beschwerden zu lindern oder zu "heilen".
Ich sehe mich nicht in der Rolle von "Du musst aber, denn..."
Das habe ich auch im Gespräch gesagt.
Mein Klient bleibt für sich selbst verantwortlich.
Dieser Klient muss für sich den Weg finden, der für ihn passt. Außerdem muss das Erfahrene erst einmal verdaut werden.
Eine Ernährungsumstellung, egal welcher Art, ist immer etwas, was einen Einschnitt in liebgewordene Gewohnheiten bedeutet. Manchmal groß, manchmal klein.
Was zusätzlich für Frustration in diesem Fall gesorgt hat war, dass dieser Klient beim behandelnden Arzt angerufen hat und sich wegen der oben beschrieben Diagnostik erkundigt hat. Keine Durchstellung zum Arzt, allein die MFA hat gesagt, dass es nur um die Laktoseintoleranzgeht. Mehr wäre da nicht. Da ist viel Vertrauen verschwunden.
Ich bin mir aber sicher, dass dieser Klient nach einer gewissen Zeit die Ernährungsumstellung durchführen wird.
Manchmal braucht solch eine Entscheidung halt ein bisschen Zeit.

Sonntag, 9. April 2017

"Schatzkiste Resilienz"...

... entdecken Sie Ihre wahre Stärke
so lautete der Titel eines Vortrags, den ich im Rahmen der Reihe  "Frau und Beruf" genießen durfte.
Wer die Gelegenheit hat und sich für das Thema, das uns letztendlich alle angeht, interessiert, der gönne sich das.
Referentin war Sonja Hüls. Wir kennen uns schon längere Zeit. Unser erstes Treffen war, als ich meine Tochter zum Tanztraining gebracht habe. Das ist mittlerweile vorbei.
Sonja ist eine Powerfrau, sie lebt Ihre Themen, in diesem Fall "Resilienz"
Wikipedia erklärt diesen Begriff folgendermaßen:
"Resilienz (von lateinisch resilire ‚zurückspringen' ‚abprallen') oder psychische Widerstandsfähigkeit ist die Fähigkeit, Krisen zu bewältigen und sie durch Rückgriff auf persönliche und sozial vermittelte Ressourcen als Anlass für Entwicklungen zu nutzen."
Ich glaube, wir haben alle schon einmal Krisen, egal welcher Art, durchlebt und überlebt. Wir haben sie bewältigt.
Ich möchte einfach ein paar Begriffe bringen. Ich habe mir nichts notiert, ich greife einfach auf das Handout zurück, dass Sonja den Teilnehmerinnen (und das waren nicht wenige) zur Verfügung gestellt hat.
Schlüsselfaktoren der Resilienz sind z.B.
Akzeptanz, Optimismus, Achtsamkeit, Selbstwirksamkeit, Zukunftsorientierung, Lösungsorientierung.....

Das hört sich vielleicht erstmal etwas trocken an, aber Sonja Hüls hat durch ihre lebendige Art und mit praxisnahen Beispielen erklärt, wie das so abläuft.
Erst wenn wir ein Problem erkennen und akzeptieren, dann können wir lösungsorientiert daran arbeiten. "Löcher",in die wir fallen, sind normal, aber wir müssen da wieder raus.

Ein Begriff ist mir besonders im Kopf geblieben: "situationselastisch"  
In schwierigen Situationen elastisch bleiben, damit man noch reagieren kann. Das habe ich mit nach Hause genommen.
Dann ein typisches Frauenproblem: "Wir müssen uns unserer Stärken bewusst werden." Auch da tolle Beispiele, die jede Teilnehmerin nachvollziehen konnte. Es war lustig, es wurde viel gelacht. Und wenn  bei  einem Vortrag viel gelacht wird, dann bleibt auch viel hängen. 
Nach dem vergangenen Dienstag erkenne ich im Alltag immer wieder Resilienzthemen. Es wirkt nach. Ich merke, dass ich schon vieles für mich und meine Resilienz tue, aber ich kann meine Schatzkiste noch weiter füllen.
Und: Es gibt eine bestimmte Klientel Mensch in meinem Beratungsalltag, für die dieses Thema wichtig ist. Mal schauen, ob wir da etwas "stricken" können. :-)

 Vielen Dank, Sonja,für das tolle Thema und deine Art es rüberzubringen.
Mehr als empfehlenswert. 

Die nächsten Termine hier in der Umgebung:  
Ahaus Di. 27.06.17 19.00 Uhr Villa van Delden
Gescher Di. 12.09.17 19.00 Uhr Rathaus
Isselburg Di. 10.10.17 19.00 Uhr Rathaus
Stadtlohn Di. 07.11.17 19.00 Uhr Rathaus
Velen Di. 21.11.17 19.00 Uhr Rathaus


Bildrechte: S.Hüls

Freitag, 7. April 2017

Die Sache mit dem "Bauchladen"

Es gehen immer mehr Kolleginnen und Kollegen den Weg in die Selbstständigkeit. Arbeit gibt es genug.
Natürlich schaue ich mir die Homepages der Mitbewerber an. Ausbildung und Zertifizierung ist mir  wichtig, aber auch der Leistungskatalog, also die Themen, die beraten werden.
Ich werde immer stutzig, wenn  von A wie Allergie bis Z wie Zöliakie quasi alles aufgeführt wird, was es für Beratungsthemen gibt. Und wenn dann noch da steht "u.v.m" (und Vieles mehr)????
Ich kann und will nicht alles Themen in meinen Leistungskatalog aufnehmen.
Ich kann mich in jedes Thema einarbeiten,im Rahmen meiner Ausbildung habe ich auch zu jedem Thema etwas gelernt, aber das Wissen aus meiner Ausbildung ist mittlerweile zum großen Teil etwas für die Ablage P , da veraltet.  Wenn ich mich in etwas einarbeiten muss, dann kostet das Zeit und ob die Beratung dann optimal wird...?
Es ist aber mein Anspruch an mich und meine Arbeit, dass ich nach neuesten Erkenntnissen berate und das Optimum für meine Klienten anbiete.
Deshalb berate ich zum Beispiel keine Klienten, die eine Allergie haben oder Menschen, die eine Nierenerkrankung haben. Das überlasse ich denen, die das können und verweise weiter.
Ich bleibe da lieber bei dem,was ich kann, was mir Spaß macht, was mir liegt und das wird dann auch gut.
Einen Bauchladen brauche ich nicht.

Samstag, 1. April 2017

Kindermund

Gestern bin ich auf dem Parkplatz unseres Dorfes von einer Mutter angesprochen worden, deren Gesicht mir durch die Arbeit in einer Schule bekannt ist.
Sie kannte meinen Beruf und wollte von mir wissen, ob Kohlenhydrate wirklich so schlecht wären. 
Ihr Kind wäre nach Hause gekommen und hätte erzählt, dass im Unterricht erzählt worden wäre,dass Kohlenhydrate schlecht wären.
Dann hat sie mir noch eine Geschichte aus dem Kindergarten ihres zweiten Kindes erzählt. Ein Kind lehnt dort wohl Plätzchen ab mit der Begründung, dass  es keine Kohlenhydrate essen dar, weil die schlecht wären.
Mir blieb dann doch etwas die Spucke weg, weil es in meinem Kopf schon weiter rotiert hat.
Was wird da in die Köpfe der Kinder gedrückt?
 In der Stunde  "Der Weg der Nahrung" von   Klasse2000 sind den Kindern solche Begriffe nie eingefallen,wenn ich nach Nährstoffen gefragt habe.Vitamine, dass kam oft, wenn ich nach solchen Dingen gefragt habe.
Ich habe für mich versucht auseinanderzudröseln, was da evtl. in der Schule kommuniziert wurde.
Ich bin dann beim "Zucker" hängen geblieben. Davon sollten Kinder, natürlich auch wir Erwachsene, nicht zu viel essen.
Wenn ich mit meiner Theorie richtig liege, dann ist im Kopf des Kindes aber etwas anderes hängen geblieben. KOHLENHYDRATE!
Aber die brauchen wir doch auch und die stecken auch in Lebensmitteln, die uns gut tun. Als Beispiel Obst.
Für mich ist das wieder ein Signal, dass Kindern klar gesagt werden muss, um was es genau geht. Zucker ist ein Kohlenhydrat. Da wissen wir.
Kinder sollen auch wissen, dass zu viel Zucker nicht gut ist.
Aber wenn in den Köpfen durch eine falsche Erklärung hängen bleibt, dass Kohlenhydrate per sé schlecht sind, dann läuft da etwas falsch. Besonders dann, wenn zuhause von den Kindern gefragt wird:"Sind da Kohlenhydrate drin? Darf ich das essen?"
Wer auch immer da Multiplikator/Lehrer war, der möge das bitte überdenken.
Bildrechte:Irina Baumbach

Samstag, 25. März 2017

Ernährungsmythen - wenn nötig vom Teller gefegt Teil 2

Heute kommt der Nachtrag zum. 3.Rheinenser Ernährungstag, den ich versprochen hatte, allerdings doch abgespeckter, als ich es mir vorgenommen habe.
Warum? Nachdem ich das erste Thema  gehört habe, rotierten so viele  Gedanken im Kopf und zu den nächsten Vorträgen habe ich mir einfach zu wenige Notizen gemacht um das Ganze korrekt für Euch in Form zu bringen.
Ich habe mich mit einem Thema „Milch macht starke Knochen“ getan etwas schwer getan, weil das Gehörte halt das massiv verrückt, was bisher landläufige Meinung war.
Birgit Blumenschein und Dr. Siegmann-Thoss haben sich weiterer Ernährungsmythen angenommen.
Frau Siegmann Thoss hat das Thema aus dem Blickwinkel der Biochemikerin (Theorie) betrachtet, Birgit Blumenschein aus der Sicht der Diätassistentin (Praxis).Teamteaching finde ich ganz spannend. Es wird nicht langweilig.
Ich möchte Euch heute nur meine Notizen zusammengefasst vorstellen und zwar zum Thema „Milch macht starke Knochen“. Umdenken ist angesagt.