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Donnerstag, 14. Dezember 2017

Der Chef im Ring...

...ist bei mir immer der Klient/Kunde.
Damit meine ich, dass mein Klient bestimmt wie viele Beratungseinheiten er benötigt.
Bei Nahrungsmittelunverträglichkeiten, die "normal" laufen, brauche ich bzw. mein Klient nicht unbedingt fünf Beratungseinheiten.
Wenn mein Gegenüber mir sagt: "Ich komme jetzt alleine zurecht", dann werde ich bestimmt nicht hingehen und sagen:" Nein, ich bin da anderer Meinung."
Jede/r ist für sich selbst verantwortlich, jede/r kann für sich selbst entscheiden, wann und wie viel Input, Rat, Erfahrungen noch benötigt werden.
Das ist genau wie beim Sport. Wenn ich eine Weile mit x kg Gewicht trainiert habe, dann wird gefragt, ob das Gewicht erhöht werden kann.
Ich  möchte  entscheiden, ob ja oder nein. Im Moment klappt es mit den Beinübungen nicht so wie von mir gewünscht. Im Knie da hakt es und es fühlt sich unangenehm an. Also kein Gewicht zusätzlich, lieber etwas weniger.
So sollte es auch in der Ernährungstherapie sein. Eigenverantwortung, Selbstbestimmung.
Ich kann mir vorstellen, dass Klienten merken, wenn ein Berater, ein Trainer auf Terminejagd ist.
Mir ist es dann lieber, wenn Klienten wiederkommen mit den Worten:"Sie haben mich vor einiger Zeit gut betreut."
Bildquelle: http://insertmedia.office.microsoft.com      Free Foto:Ring

Montag, 11. Dezember 2017

Entspannte Beratungszeit

Ja, das ist für die Adventszeit gerade das Richtige.
Beratungen bei "Fruktosekindern", also da wo der Kindergastroenterologe eine Fruktosemalabsorption diagnostiziert hat oder eine Laktoseintoleranz.
Da weiß ich, dass diese Kinder meist nach zwei Wochen Karenzphase beschwerdefrei sind.
Es gibt aber auch Beratungsaufträge, da muss ich nicht nur nach rechts und links sondern auch nach hinten und vorne schauen.
Wenn sich z.B. Medikamente nicht mit Lebensmitteln vertragen, wenn die Hormone aus dem Gleichgewicht sind (bei Frauen und Männern) und auch das dann Probleme verursacht.
Aber ich mag solche Beratungen auch sehr. Sie fordern mich und es macht mich dann sehr zufrieden, wenn ich durch das angesammelte Wissen über 38 Jahre jemandem helfen kann, bei dem manchmal der behandelnde Arzt nicht mehr weiter weiß.
Dann wird mir auch bewusst, dass ich immer noch den richtigen Beruf, den der Diätassistentin, habe.
Ich wünsche allen Lesern eine schöne entspannte Adventszeit.
Bildrechte: S. Hagedorn


Samstag, 25. November 2017

Die Visitenkarte im Netz...

... so wird die Homepage, die Website gerne genannt.
In den Workshops zur nebenberuflichen Freiberuflichkeit die ich gemeinsam mit Birgit Blumenschein durchführe, weise ich immer darauf hin, dass jede/r sich mit seiner Internetpräsenz wohlfühlen muss, sowohl was das Layout angeht, aber auch die Texte und Fotos müssen passen.
Außerdem finde ich es wichtig, dass ich meine Homepage selbst pflegen kann, damit meine ich, neue Texte ohne den Weg über Dritte selbst einstellen kann oder auch mal ein Bild verändern kann.
Beim Recherchieren zu diversen Themen komme ich auch auf Homepages, wo es mich gruselt.
Gerade vorgestern noch passiert.
Ich bin auf die Seite einer Mitbewerberin gelandet und die strotzte nur so von Schreibfehlern/Tippfehlern. Drei bis vier Tippfehler/Rechtschreibfehler pro Seite-mindestens.
Ich möchte mich jetzt nicht davon freisprechen, dass mir das nicht auch passiert, trotz Korrekturprogrammen, trotz mehrmaligem Gegenlesen (gerade dann wahrscheinlich erst recht), aber wenn jemand so wenig aufmerksam mit den Texten zur Arbeit und zur eigenen Person umgeht, wie ist das dann vielleicht im Kundenkontakt?Oder bin ich da zu pingelig?
Es ist die Visitenkarte, das Aushängeschild im WWW, dem World Wide Web.
Wie geschrieben: Es kann immer passieren. Auch in Büchern, die lektoriert werden, kann immer etwas überlesen werden.
Wenn Ihr Euch bei Texten nicht sicher seid, dann bittet jemand diese Texte Korrektur zu lesen, schreibt sie in Word oder einem anderen Textverarbeitungsprogramm mit Korrekturhilfe.
Denkt daran, wie Ihr Euch im Netz präsentiert.
Ich persönlich wäre dankbar dafür wenn aufmerksame Leser mich auf "Fehler" aufmerksam machen. :-)
Euch allen ein schönes Wochenende.






Dienstag, 21. November 2017

Das geschriebene Wort...

Es wird in den sozialen Netzwerken immer gerne die Formulierung "Das geschriebene Wort" verwendet.
Wir sollen überlegen, was und wie wir schreiben, denn auf ein Posting kann oder wird meist nicht sofort reagiert, so dass der Partner sich seine eigenen Gedanken über die Worte machen kann, diese eventuell auch anders interpretiert als vom Schreiber gemeint.
Das gilt natürlich auch für Blogbeiträge und auch ich muss mir da meine Gedanken machen.
Ich versuche die (meisten) Blogbeiträge neutral zu schreiben, wobei ich bei einigen Dingen so  begeistert bin, weil mich da etwas "angepiekt" hat, so dass ich das auch kommuniziere. Das muss natürlich andere nicht ebenfalls begeistern. Meine Meinung ist subjektiv durch mein Erleben, durch meine Interpretation als Mensch.
Es kann auch bei Rezensionen vorkommen, dass ich ein Buch nicht so prickelnd finde, jemand anderes dies aber wirklich toll. Deshalb versuche ich meine Kritikpunkte zu thematisieren, indem ich Zitate nehme und daran meine Einstellung erkläre.
Vor einiger Zeit wurde ich angeschrieben, dass ich eine Sache doch wohl ganz toll fand, der Fragesteller hatte einen anderen Eindruck von dieser Sache.
Zum einen kann ich eine andere Meinung zu einem Thema haben, aber in diesem Fall hatte ich an meinem Leser vorbei geschrieben bzw. meine Wortwahl ist anders interpretiert worden.  Da waren anscheinend   Formulierungen im Text, die einen "tollen" Eindruck vermittelt  haben, obwohl es durchaus Dinge gab, die ich auch nicht prickelnd fand, die ich dann neutral verpackt haben wollte.
Wenn Euch etwas unklar ist, wenn Ihr Genaueres zum Blogpost wissen möchtet, weil Ihr das in dem Moment nicht herauslesen könnt, dann kontaktiert mich bitte. Dann hilft nur Reden. :-)
Es ist und bleibt halt das geschriebene Wort!



Samstag, 18. November 2017

Vortrag: "Schwere und geschwollene Beine? Ödemtherapie aktuell"

Bis gestern abend war für mich nicht klar ob ich zu diesem Vortrag fahre oder nicht. Heute morgen habe ich mich dann entschlossen: Los geht´s!
Vor einigen Wochen habe ich über Facebook von dieser Vortragreihe erfahren und auch gesehen, dassdie  Kollegin Yvonne Matthei, bei der ich bereits die Schulung für JobFood gemacht habe, einen Vortrag zum Thema hält. Also zwei Fliegen mit einer Klappe geschlagen:Ernährungswissen aufgefrischt und aufgepeppt und eine liebe Kollegin getroffen.
Veranstaltungsort war das Gesundheitszentrum in Gemen mit Heiden & Dömer
Lip- und Lymphödem, dass ist eine Diagnose, die viele Frauen betrifft , aber bis es zur Diagnose kommt vergeht oft eine lange Zeit. Meist wird gesagt: Sie müssen abnehmen!
Aber beides hat nicht viel mit Übergewicht zu tun. Kalorien zu reduzieren hilft meist nicht.
Aber diese Patienten mit ihrer Diagnose alleine zu lassen ist auch nicht schön.
Ein bisschen kann im Ernährungsbereich unterstützend  getan werden. Und diese kleinen Bausteine sollte man individuell nutzen.
Ernährungstherapie über eine Notwendigkeitsbescheinigung beim Lip- oder Lymphödem gibt es nicht.
Entzündliche Prozesse führen zu Wassereinlagerungen. Das muss bei dieser Diagnostik  nicht noch gefördert werden. Antientzündliche Kost ist da ein Thema, mit dem ich als Diätassistentin unterstützen kann. Kochsalz, ein Stoffe, der Wasser bindet. Auch diesen Aspekt im Auge behalten. Ausreichend trinken, auf die Darmgesundheit achten.
Und achtsam mit sich umgehen!
Es gibt also doch etwas, was getan werden kann.
Und ein Kompliment muss ich der Kollegin aussprechen. Die Technik hat zum größten Teil versagt.
Für einen Referenten gibt es nicht Schlimmeres, als wenn die erarbeiteten Folien nicht richtig angezeigt werden. Das hatte Yvonne sehr gut im Griff.
Und die Praxis kam auch nicht zu kurz. Schnell hatte sie einen grünen Smoothie gezaubert und es gab selbstgemachtes Knäckebrot (sehr ballaststoffreich) mit einem Quark mit Kurkuma.
Rezepte habe ich, werde ich testen.
Es hat sich dann doch gelohnt, dass ich heute morgen losgefahren bin. :-)
Ich bitte die Fotoqualität zu entschuldigen. Ich bin keine begnadete Handyfotografin. ;-)

Update vom19.11.2017
Wer sich für die Leitlinie bei Lipödem interessiert und die Therapiemöglichkeiten, der klicke bitte hier. (ab S. 10) Ernährungstherapie ist dann ein  Thema wenn zusätzlich  Übergewicht besteht

Mittwoch, 15. November 2017

Aktion" gesunde Mehrwertsteuer"

Dieses Thema treibt mich seit einigen Tagen um. Irgendetwas sträubt sich bei mir, weil es wieder einmal darum geht Menschen Lebensmittel madig zu machen und zwar über den Preis.
Aus der Pressemitteilung:
"...Bisher gilt für die meisten Lebensmittel der ermäßigte Steuersatz von sieben Prozent, auch
für ungesunde Produkte mit viel Fett und Zucker. Die Studie des Hamburger Ökonomen Dr.
Tobias Effertz untersucht als Alternative Szenarien mit verschiedenen Staffelungen. Am
erfolgversprechendsten und politisch realistischsten erweist sich dabei das System „Ampel Plus“ mit folgenden Steuersätzen:
- Grün 0 %:
  Obst und Gemüse
- Gelb 7 %:
  Normale Lebensmittel wie Nudeln, Milch oder Fleisch
- Rot 19 %:
   Produkte mit viel zugesetztem Zucker, Salz oder Fett wie Fertiggerichte, Chips
oder Süßigkeiten
Zusätzlich könnte der Steuersatz für die besonders gesundheitsschädlichen Softdrinks wie
Cola oder Fanta von heute 19 auf 29 Prozent erhöht werden... "

Ich weiß aus der täglichen Beratungspraxis, dass 50% der Menschen mit Übergewicht zu kämpfen hat. Diese Menschen wissen meistens wie man gesund kocht, haben eine Diätenkarriere hinter sich und sind letztendlich dadurch in der Jojo-Falle gelandet. Jede neue "Diät", die auf dem Markt aufgetaucht ist,wurde als Strohhalm genutzt und ausprobiert.
Bringt es jetzt etwas wenn Lebensmittel einfach höher besteuert werden? Wenn ich die Pressemitteilung lese, dann wurden Studien erstellt, es wurde berechnet.
Wo bleibt der Mensch mit seinen Bedürfnissen? Wer hat nachgefragt, warum es gerade in einem bestimmten Moment Süßigkeiten sein müssen, die meiner Meinung nach in diesen speziellen Momenten nicht einfach durch Möhrenstifte mit Quark-Dip ersetzt werden können?
Da wird von außen etwas aufgedrückt, was wahrscheinlich nicht greifen wird. Zigaretten werden auch weiter gekauft, trotz schrecklicher Bilder,Warnhinweisen und einem hohen Preis.
Vielleicht hinkt dieses Beispiel aber auch?
Für mich braucht es eine Begleitung von Kindesbeinen an, immer wiederkehrend über Kindergarten, Schule, Berufsleben.... Und es müssen auch die Familen erreicht werden, die sich noch nicht richtig im Bereich der gesunder Ernährung auskennen. Das muss im gemeinsamen Tun, im gemeinsamen Erarbeiten passieren, so dass erkannt wird, dass es besser ist den kompletten Süßkram zu reduzieren, sich mehr zu bewegen, Obst und Gemüse auf den Speiseplan zu bringen.
Im Grunde genommen wissen alle wovon ich schreibe.
Ich freue mich über Eure Kommentare zum Thema, Eure Meinung, Eure Erfahrungen...
Bildrechte. S. Hagedorn

Samstag, 11. November 2017

Die Schlagfertigkeitsqueen...

... live in Borken im Vennehof. Das war ein tolles Erlebnis.
Im September des letzten Jahres habe ich Nicole Staudinger und ihr Buch bereits hier vorgestellt.
Eingeladen hatte das Netzwerk der kommunalen Gleichstellungsbeauftragten im Kreis Borken.
Ein Buch über Schlagfertigkeitstechniken zu lesen ist das eine, diese Tipps von der Autorin dann noch einmal selbst vorgestellt zu bekommen, das ist dann wirklich das Highlight.
Nicole Staudinger ist ein Wirbelwind.
Angekündigt war das Ganze als Leseshow. Es war mehr Show als Lesen. Es war witzig, es war frech (aber nicht unangenehm) und lehrreich.
Das, was wir dann wirklich zum Teil geübt haben, das bleibt auf jeden Fall besser hängen als wenn ich es nur lese. Auch aus dem Grund weil Nicole Staudinger diese Techniken garniert hat mit Erlebnissen aus ihren Seminaren und auch aus ihrer Familie.
Für mich ein rundum gelungener Abend.
Was ich nicht verstanden habe, aber vielleicht kommt da ja noch etwas:
Da hat Borken eine Spiegel-Bestseller-Autorin in der Stadt und die Borkener Zeitung fehlt. Grobes Versäumnis!
Wenn ich Euch neugierig gemacht habe, da folgen in unserem Kreis noch zwei Termine. Vielleicht ist ein Termin für Euch dabei.


Montag, 27. November im Schloss Ahaus
Donnerstag, 30. November, in der „Skylounge“ des Textilwerkes in Bocholt.

Beginn ist jeweils um 19.30 Uhr. Der Eintritt an der Abendkasse beträgt fünf Euro. Da die Platzzahlen begrenzt sind, ist eine Anmeldungen per Mail zwingend erforderlich:
Stadt Ahaus, Gleichstellungsbeauftragte Sybille Großmann: s.grossmann@ahaus.de
Stadt Borken, Gleichstellungsbeauftragte Anna Grütering-Woeste: chancengleichheit@borken.de
Stadt Bocholt, Gleichstellungsbeauftragte Astrid Schupp: astrid.schupp@mail.bocholt.de

Das war ein Abend, der sich gelohnt hat, auch weil viel gelacht wurde.
Ich wünsche Euch allen ein entspanntes Wochenende.




Samstag, 4. November 2017

Wie eine App verändern kann....

Anfang September habe ich Euch die Codecheck- App vorgestellt.
Sie ist mir empfohlen worden,da ich ein bisschen aufs Palmöl schauen wollte. Warum, das habe ich hier erklärt.
Außer meiner Messenger-App ist seitdem keine App so oft im Einsatz wie Codecheck,besonders wenn ich einkaufe.
Mein Entsetzen über Kosmetikprodukte, die z.B hormonaktive Substanzen enthalten habe ich bereits beschrieben. Ein Haarwachs, das mein Friseur mir empfohlen hat, habe ich bereits zurückgegeben. Ein Duschgel habe ich entsorgt. Ich möchte so etwas nicht auf der Haut haben. All das, was ich neu kaufen muss wird gescannt.
 Auch meine heißgeliebten Gummibärchen und die Colorado-Mischung (die aus Bonn) habe ich seitdem nicht mehr gegessen. Da gibt es gute Bio-Alternativen.
Fleißig gescannt habe ich dann mal an den Tischen, auf denen die Weihnachtssüßigkeiten stehen. Da geht so gut wie nichts.
Da hilft nur selbst backen. Da weiß ich dann was drin ist.
Apropos Selbstbacken: Verratet Ihr mir Euer Lieblings-Weihnachts-Plätzchenrezept?
Ich wünsche allen Lesern ein schönes Wochenende.
Screenshot der Codecheck-App


Donnerstag, 26. Oktober 2017

Präsentismus

Ein gerne verwendetes Wort, wenn es um die Betriebliche Gesundheitsförderung oder das Betriebliche Gesundheitsmanagement geht.
Es bedeutet, dass ein Mitarbeiter zur Arbeit geht obwohl er oder sie krank ist.
Dazu kommt von der DAK auch gerade ein passender Artikel.
Mitarbeiter nach Hause schicken-im Grunde genommen die beste Lösung.
Heute war ich in unserem Ort unterwegs, war in diversen Geschäften, die nur wenige Angestellte haben. Ich denke an Bäckereifilialen, Friseure....
Da stehen verschnupfte Mitarbeiter mit roten Wangen hinter der Theke oder mit der Schere in der Hand beim Kunden.
Auf meine Frage:"Hat es Sie erwischt?" kam die Antwort:
"Ja, es hält sich schon seit vier Wochen und es geht einfach nicht weg. Aber wir stecken uns auch alle gegenseitig an. Irgendwie sind wir alle krank."
Wie ist das mit wenigen Mitarbeitern in einem kleinen Geschäft? Da ist es nicht so einfach jemanden nach Hause zu schicken, weil Termine nicht eingehalten werden können oder es wird gesagt:
"Dann müssen die anderen für mich mitarbeiten. Da habe ich ein schlechtes Gewissen."
Irgendwie ein Hamsterrad.
Das sehe ich noch als Herausforderung. Ideen zu finden,so dass Mitarbeiter ohne schlechtes Gewissen zuhause bleiben können und der Kleinstbetrieb läuft trotzdem weiter. Natürlich kann auch geschaut werden warum die Mitarbeiter nicht gesund werden. Immunsystem stärken durch gesundes Essen? Pausenkultur?
Ich schreibe dies auch, weil dann oft diese Mittelchen genommen werden, die ich hier beschrieben habe.
Das geht einfach nicht aus meinem Kopf: Ibuprofen+ grippaler Infekt erhöht das Herzinfarktrisiko um den Faktor 10.
Passt auf Euch auf!
Bildrechte: S. Hagedorn

Sonntag, 22. Oktober 2017

vorgestellt: Ernährungsmedizin Blog

Am vergangenen Wochenende habe ich Euch von meinem Pharmakologie-Seminar berichtet, was mich immer noch sehr beschäftigt.
Gleichzeit habe ich einen neuen Blog auf meiner Blogroll, sprich auf meiner Empfehlungsliste:
Ernährungsmedizin Blog
Professor Smollich bloggt jetzt auch und das sind zum Teil Themen dabei, da mag ich nicht drüber nachdenken. Aber andere Menschen beschäftigen sich damit.
An wen richtet sich der Blog?
Zitat: "Dieses Fachblog liefert wissenschaftlich fundierte Informationen zu den neuesten Entwicklungen in der Ernährungsmedizin. Dazu werden aktuelle Trends und Studienergebnisse nicht nur vorgestellt, sondern auch diskutiert, bewertet und eingeordnet. Angehörige der Heilberufe, Ernährungsfachkräfte, Journalisten und interessierte Laien finden hier eine verlässliche Informationsquelle: fundiert, kritisch und unabhängig."
Professor Smollich hat uns erzählt, dass er sich in einer Kommission um Anfragen zu solchen Themen kümmert, informiert und diese Infos an den Fragesteller gibt oder auch im Blog veröffentlicht. Es handelt sich also um Themen, die von Patienten an Ärzte herangetragen werden oder halt auch von Ernährungsfachkräften.
Er stellt kostenlose Infomaterialien zum freien Download zur Verfügung, die auch verbreitet werden dürfen,natürlich mit korrekter Quellenangabe.
All denjenigen, die Medikamente nehmen empfehle ich den Download aus diesem Blogbeitrag. Medikamente "fressen" nämlich auch Mineralien. Da sind dann regelmäßige Kontrollen notwendig.  Sucht Euch einfach das Wort "hier" und der Download startet.
Sollte der Arzt das nicht glauben, dann nehmt die PDF mit. Ich werde in meiner Beratung diese Infos auch verstärkt mit einfließen lassen.
Wer diese Thematik interessant findet und auf dem neuesten Stand sein möchte, der kann das Blog bzw. neue  Beiträge per Mail abonnieren.
Ich habe da noch zwei Anmerkungen für den Autor, was das Handling und das Wording angeht.
Ich bevorzuge es, wenn sich neue Beiträge in einem neuen Fenster öffnen. Damit meine ich, dass z.B. nach dem Schließen einer PDF nicht die komplette Seite geschlossen wird, sondern das ich wieder bei meinem Ursprungsbeitrag ankomme. Das müsste eine Einstellungssache sein.
Zielgruppe sollen auch interessierte Laien sein.
Mir stellt sich die Frage ob diese Laien mit Worten wie z.B "Dygeusie" etwas anfangen können?
Google wird das schnell erklären können, aber warum nicht auf Dauer eine Art "Glossar" ?Ich freue mich über jeden Beitrag, manchmal muss ich dann doch lachen bzw. es schüttelt mich dann doch. Beispiel : Kapseln mit Eiern des Schweinepeitschenwurms

Ach ja, Der Blog ist auch bei Facebook zu finden.
Bildrechte: Prof. Dr. Martin Smollich



Mittwoch, 18. Oktober 2017

In Bewegung gekommen

In einem Blogbeitrag vom Juli diesen Jahres habe ich Euch erzählt, dass ich endlich etwas für die Muskulatur tun muss.
Bedingt durch die Sommerferien und die Urlaubszeit hat es mit der Umsetzung etwas länger gedauert, aber ich bin jetzt fleißig.
In der Praxis für Physiotherapie Dommerholt  wird Medical Fitness angeboten.
Was mich daran angesprochen hat ist, dass ich nach gelungener Einweisung dann trainieren kann, wenn ich es möchte, also z.B. in der Mittagszeit. Das ganze Training nimmt dann ungefähr eine Stunde in Anspruch.
Bevor ich ins Training gehen konnte wurde ein Test gemacht. Es ging um Beweglichkeit und Kraft.
Beweglich bin ich, alles gut, aber mit der Kraft, da hapert es. Bauch- und Rückenmuskulatur- die müssen trainiert werden. Nacken und Beine kommen noch dazu. Meine "Bemühungen" wurden computerunterstützt ausgewertet und so dann der Trainingsplan aufgestellt. Virtuell.
Jannick, mein derzeitiger "Drillinstructor"(ist nicht böse gemeint ;-)), erklärt mir die Übungen, erklärt mir die Geräte, greift ein, wenn es nötig ist. Ich fühle mich da nicht alleine gelassen und ein bisschen Käbbelei macht auch noch Spaß.
Etwas auf Kriegsfuß stand ich zu Beginn  mit diversen gelben Hebeln, die man ziehen oder drücken muss. Mein Ehrgeiz ist es alleine trainieren zu können und dann auch zu den Zeiten, wenn ich es möchte. Und das wurde mir heute gestattet. ;-)
Wobei ich weiß,dass immer jemand kontrolliert und wenn es dann doch hakt bin ich nicht alleine.
Nach dem ersten Training bin ich wirklich mit Pudding in den Beinen aus der Praxis gelaufen. Am Nacken habe ich Muskeln gespürt, die ich bisher noch nicht wirklich kannte.
Ich habe aber ein gutes Gefühl dabei. Und was noch wichtiger ist: Mir macht es Spaß.
Vielleicht noch für andere eine Möglichkeit zu trainieren und endlichdas Ende der langen Bank zu erreichen,auf die wir gerne so Einiges schieben.

Sonntag, 15. Oktober 2017

fortgebildet: Aufbauseminar Pharmakologie

Ich bin gerade dabei meine Unterlagen vom Aufbauseminar "Pharmakologie für die ernährungstherapeutische Praxis-Arzneigruppen mit Ernährungsbezug" zu sortieren und die dazugehörigen Notizen zu sichten.
Eine gute Gelegenheit um Euch einige Erkenntnisse und Aha-Erlebnisse aufzuschreiben,bevor die Sonne uns heute nachmittag noch einmal verwöhnen wird.
Dozent, war, wie im vergangenen Jahr, Prof. Dr. M. Smollich. Schon im letzten Jahr hat mich diese Thematik richtig angepiekt und nach diesem Aufbauseminar möchte ich meine Klienten noch mehr für Wechselwirkungen etc. senibilisieren. Ob ich diese Thematik beim Arzt unterbringen kann-Ich werde es sehen. Bei mir geht das Patientenwohl vor.
Folgende Themen sollten besprochen werden:
  • Diabetes (insuline & Antidiabetika)
  • Adipositas (Appetitzügler)
  • Fettstoffwechselstörungen (Choesterinsenker)
  • Gicht (Gichtmittel)
  • Gastritis & Ulkuserkrankungen (Antazida und Protonenpumpenhemmer)
  • Obstipation und Diarrhö (Laxanzien und Antidiarrhoika)
  • chronisch entzündliche Darmerkrankungen (aktuelle Therapiekonzepte
Vorneweg: Adipositas und Gicht haben wir in den zwei Tagen nicht besprochen. Die Zeit reichte einfach nicht. Prof. Smollich hat im Vorfeld die Themen abgefragt, die von uns Teilnehmerinnen favorisiert wurden. Da kamen diese Themen zum Schluss. Ich habe die Unterlagen dazu aber hier und werde das für mich nacharbeiten. Ihm war es auch wichtiger unsere Fragen zu beantworten.
Was ich schön fand war, dass ich die meisten Teilnehmerinnen vom Vorjahr kannte. Das lockert die Seminaratmosphäre direkt schon mal auf.
Gestartet sind wir mit den Fettstoffwechselstörungen.
Da gibt es so viel zu beachten. Ich habe mittlerweile viele Medikationspläne gesehen. Meist steht ein Diuretikum mit auf dem Plan. Wenn diese Mittel eingesetzt werden ist zu beachten, dass die Konzentration von anderen Substanzen, z.B. der Harnsäure steigt und einen Gichtanfall auslösen  kann oder wenn sich die Thrombozyten erhöhen steigt das Risiko für eine Embolie oder einen Infarkt. Dementsprechend können natürlich dann auch die Trigyceride und das LDL ("böses Cholesterin" ;-))ansteigen. Diuretika sollten einschleichend eingesetzt werden, also langsam mit geringen Mengen anfangen und dann steigern. Ist das gängige Praxis?
Wichtig zu wissen ist, dass es unter Statinen zu sog. Myopathien = muskelkaterartige Schmerzen im Inneren der Extremitätenmuskeln kommen kann. Wer (ältere) Menschen im Haus wohnen hat oder auch in der Beratung sollte abgefragt werden, ob es unter Statinen solche Beschwerden gibt.Meist werden dann Knochenschmerzen genannt.
Das muss kontrolliert werden,evtl. muss die Medikation geändert werden.
Und ein Satz ist auch wichtig:"Es gibt keinen Prozess, der nicht durch Statine gehemmt wird"
Das soll aber nicht heißen, dass Statine schlecht sind. Sie müssen richtig angewendet werden.
Und ganz wichtig: Statine und Fibrate(gegen erhöhte Triglyzeridwerte) dürfen nicht kombiniert werden!!!
Nächstes Thema :Ulkus und Gastritis
Natürlich waren die Protonenpumpenhemmer (PPI) da großes Thema. In der Geriatrie kritisch zu sehen und keine Anwendung über 8 Wochen. Es sollte bei längerfristiger Einnahme mindestens 2 mal im Jahr eine Kontrolle auf B12 (eine Standarddosis reduziert die Aufnahme von B12 um 70%), Magnesium, Calcium und Eisen.
Die Infektionsrate erhöht sich duch die erniedrigte Magensäure und Darmbakterien (Clostridium diff.) können zu Pneumonien führen. Diese können kniffelig werden, da die alltäglichen Antibiotika evtl. nicht anschlagen, da es sich um Bakterien handelt, die normalerweise in der Lunge nicht zu finden sind und keiner im Akutfall daran denkt.
Im Seminar kam es immer wieder zu Exkursen in andere Bereiche. Ein Thema,bei dem uns allen die Kinnlade runtergefallen ist und was uns auch am Ende dieser zwei Tage beschäftigt hat, war, dass Ibuprofen bei einem grippalen Infekt nicht eingesetzt werden darf, da es das Risiko für einen Herzinfarkt oder Schlaganfall um das 10fache erhöht. Und diese Wirkung hält noch längere Zeit nach. Schaut in Euren Medikamentschrank, welche Grippemittel sich dort vielleicht finden,die frei verkäuflich sind, die aber Ibuprofen enthalten. Gönnt Euch lieber Ruhe, bleibt im Bett und kuriert den grippalen Infekt aus. Auch ACC als Schleimlöser wirkt in den Bronchien nicht. Die einzige Schleimhaut, die es auflöst, ist die Magenschleimhaut. Hier hilft eigentlich nur Inhalieren.
Zum Thema Diabetes möchte ich kurz anmerken, dass Metformin ebenfalls den Vitamin B12- Spiegel reduziert, aber es ist nach Lebensstilveränderungen das Mittel der ersten Wahl.
Und dann die chronisch entzündlichen Darmerkrankungen (CED) wie M. Crohn und Colitis ulcerosa.
Wenn solche Patienten Schmerzen (auch Kopfschmerzen o.ä) haben,dann ist Vorsicht geboten. Niemals die sog.NSAR (ASS, Dicofenac oder Ibuprofen) nehmen. Diese Substanzen können einen Schub auslösen.
Was ich Euch mit auf den Weg geben möchte: Wer längerfristig Medikamente nehmen muss oder meint nehmen zu müssen: Lasst regelmäßig Eure Blutwerte kontrollieren oder fragt nach ob bestimmte Mittel (z.B. PPI) überhaupt noch sein müssen. PPI müssen ausgeschlichen werden!!!
Ich habe natürlich noch viel mehr Input bekommen. Das werde ich weiterhin in meine Beratung einfließen lassen.
Das Frage, die meine Mitstreiterinnen und von ich uns gestellt haben war letztendlich:"Warum ist solch ein Seminar keine Pflicht für Ärzte"
Kolleginnen, die mit in diesem Seminar waren, dürfen gerne ergänzen. Das würde mich freuen.
Für alle Leser gilt: Passt auch Euch auf und bleibt kritisch!



Sonntag, 8. Oktober 2017

gelesen: "Unser Brot"

Gesund - schnell - einfach mit der Gabelmethode (Mit alten Getreidesorten und Würzmischungen zum Selbermachen) von Angelika Kirchmaier; erschienen im Kneipp-Verlag Wien
ISBN:
9783708807140; Preis: 24,90€

Trotz  Low-Carb: So ein richtig gutes Brot oder Brötchen geht doch immer, besonders dann, wenn es auch noch selbst gebacken ist.
Die Autorin hat ein Buch geschrieben, welches Lust aufs Brotbacken macht. Mit nur einer Gabel (daher wohl die Gabel-Methode) und einer Schüssel hat man innerhalb kurzer Zeit ein leckeres, selbstgebackenes Brot auf dem Tisch.
Mit gefällt die Schritt-für-Schritt- Anleitung in Bildform sehr gut. Vorab gibt es eine Warenkunde über diverse Getreidesorten und wie man das Brot mit Gewürzen und anderen Zutaten (Samen, Trockenfrüchte) aufpimpen kann.
Die Autorin hat auch nicht vergessen, dass die Haushalte kleiner werden. So gibt es eine Tabelle, aus der ich ablesen kann, wie viele Brötchen ich z.B. aus dem Teig herstellen kann. Ideal zum Einfrieren.
Brotrezepte gibt es aus folgenden Teigsorten:

-neutraler Hefeteig , pikanter und süßer Hefeteig
- neutraler Backpulverteig und das Ganze dann auch wieder in pikant und süß

Er wird auch Wert auf die Resteverwertung von Altbrot und natürlich auf Nahrungsmittelunverträglichkeiten gelegt.
Einige Wörter sind gewöhnungsbedürftig, z.B. kannte ich bisher keine Acidophilusmilch, einem Sauermilchprodukt, was ich hier noch nie gesehen habe. Aber die Autorin ist Österreicherin und schreibt natürlich so, wie sie es kennt.
Ein schönes Buch, für alle, die gerne gutes Brot und gute Brotbackwaren mögen und die Wert auf Vollkorn legen.

Bildrechte: Kneipp-Verlag Wien


  Unser Brot: Gesund - schnell - einfach mit der Gabelmethode (Mit alten Getreidesorten und Würzmischungen zum Selbermachen. (*Affiliate-Link=ein paar-Cent-dazu-verdienen-können ;-))

Dienstag, 3. Oktober 2017

Aus dem Auge aus dem Sinn

Heute habe ich noch so ein Sprichwort für Euch, was wohl jeder kennt:
                                               "Aus dem Auge, aus dem Sinn!"
Ich bin mir absolut sicher, dass jede/r von uns das in der Beratungspraxis bereits erlebt hat.
Den Patienten/Klienten geht es wieder gut, der Beratungszeitraum ist abgeschlossen oder wurde absolviert, da gefordert.
Dann kommt der Satz:" Ich melde mich bestimmt bei Ihnen!"
Nicht jeder muss sich wieder bei mir melden, aber ab und zu hat man dann doch Fälle, wo eine Nachberatung (ich denke da z.B.  an die Zeit nach Adipositaschirurgie) sinnvoll wäre.
Aber auch hier muss jeder selbst entscheiden, wieviel individuelle Beratungszeit  nötig ist.
Diesen Satz kann ich auch gut aufs private Umfeld übertragen.
Nach Seminaren,  in Clübchen, in Vereinen, was auch immer.... wie oft wird der Satz gesagt:
"Ich melde mich bestimmt"
Oft kommt aber dann doch der obengenannte Satz zur Anwendung: "Aus dem Auge, aus dem Sinn."
Gerade nach kürzeren Kontakten nehme ich das nicht immer ernst , umso mehr freue ich mich, wenn dann doch nach einiger Zeit eine Meldung, egal welcher Art, kommt.
Eine Kollegin von mir hat an einem bestimmten Wochentag ihren sogenannten  "Kontakttag"
Diese Idee finde ich toll. Ich freue mich auf ihre Nachfrage.
Ich selbst muss mich manchmal auch an die eigene Nase packen. Oft ist ein Tag so wuselig, dann ist es abends einfach zu spät.... Oder meine ich das nur?
Manchmal gibt es auch Kontakte, wo ich es schade finde, wenn da absolut nichts mehr kommt. Ich versuche, dass  weder beruflich noch privat persönlich zu nehmen.
Meine Schwester nennt solche Menschen "Lebensabschnittbegleiter"
Sie begleiten mich einen Teil meines Lebens und dann ist der Weg zu Ende. Alles hat dann so seine Zeit.
Bildrechte: S. Hagedorn


Samstag, 30. September 2017

"Gutheit ist Dummheit"

Dieser Satz verfolgt mich schon einige Tage und ich habe viel darüber nachgedacht und er musste wirklich erst einmal sacken, bevor ich etwas dazu schreiben konnte.
Wie kam es dazu? Beratung wegen Fruktosemalabsorption. In der Anamnese frage ich auch den Umgang mit Stress ab im Hinblick auf die Darm- Hirn- Achse.
Kolleginnen und Kollegen werden eventuell die gleiche Erfahrung gemacht haben: "Viel los im Kopf- viel los im Bauch" -mal ganz salopp ausgedrückt.
Als ich dese Frage gestellt habe kam da eine Stimme aus dem Hintergrund: " Meine Tochter soll sich mal nicht so viel aufhalsen.  Dann hätte sie auch keine Bauchschmerzen. Gutheit ist halt Dummheit."
Zuerst einmal fand ich es seltsam,dass bei einer erwachsenen Frau die Mutter (geschätzt Mitte 70 -80 Jahre)  bei der Beratung anwesend war.Das muss aber letztendlich jeder für sich selbst entscheiden.
Für meine Anamnese war das aber auch von Vorteil, denn meine Klientin erzählte dann, dass sie ehrenamtlich engagiert wäre, dass sie den Vorsitz in einem Verein übernommen habe und dass ihr von manchen "Kollegen" dann auch öfter mal dumme Sprüche gedrückt würden. Trotzdem würde sie das gerne machen.
Aber das möchte ich nicht zum Hauptinhalt meines Posts machen.
Mich beschäftigt der Satz "Gutheit ist Dummheit".
Ich habe meine Schwiegermutter gefragt, ob sie diesen Satz auch kennt.
"Natürlich, das haben wir früher schon gesagt."
Sind dann alle Menschen dumm, die sich ehrenamtlich engagieren, die Posten in Vereinen annehmen, weil es ihnen wichtig ist? Bin ich vielleicht dumm, wenn ich kostenfrei eine kurze Mail beanworte?
Wer von meinen Lesern und Leserinnen hat nicht schon mal etwas aus Gutheit getan?
Dann wären so einige Menschen  dumm.
Aus Gesprächen mit Freundinnen, die sich ehrenamtlich engagieren, weiß ich,wie oft ihnen Knüppel zwischen die Beine geworfen werden in ihrer Vereinstätigkeit, in ihrer Ehrenamtlichkeit.
Ich halte diejenigen für dumm, die diese Knüppel unter die Leute bringen. Wir können froh sein, dass es Ehrenamtler gibt. Dann doch bitte diejenigen unterstützen und nicht so biestig sein und unterschwellig intrigieren. Und wenn etwas nicht passt, miteinander reden.
Es kann doch nicht sein, dass solche Menschen dann bei mir in der Ernährungsberatung sitzen wegen Bauchschmerzen oder anderer körperlicher Symptome.





Dienstag, 26. September 2017

Kuriose Diagnostikmethoden

In den letzten Wochen bin ich mit gewöhnungsbedürftigen Diagnostikemethoden konfrontiert worden.
Anfrage wegen Beratung bei Sorbitintoleranz. So weit, so gut.
Ich frage in der Anamnese ab, wie der H2-Atemtest ausgefallen ist, wie sich der Klient dabei gefühlt hat.
Antwort:" Nein, Frau Hagedorn, den Test hat der Doktor nicht mehr durchführen müssen. Bei der Visite im Krankenhaus hat er gesehen, dass ich zuckerfreie bonbons auf dem Nachtschränkchen liegen hatte und meinte, dass das die Übeltäter wären. Und jetzt brauche ich dafür die Beratung."
Innerlich ist mir die Kinnlade runtergegangen, ich habe auch versucht zu erklären, dass es sich um keine "saubere" Diagnostik handelt. Nein, der Doktor hat ja gesagt. Des Menschen Wille ist erstmal sein Himmelreich. Der nächste Beratungstermin steht bald an. In einer kurzen Mail habe ich aber bereits die Info bekommen, dass es noch nicht besser geworden ist.
Fall 2: Histaminintoleranz
Ich habe hier ja bereits beschrieben, wie ich diese sog. Unverträglichkeit sehe.
Klient, der mit starker Migräne und Übelkeit zu kämpfen hatte.
Diagnostik erfolgte über Daosin®, da sich unter der Einnahme dieser Pillen die Beschwerden verringert haben. Empfehlung: 2x täglich morgens und abend Daosin und histaminarme Kost.
Ich denke da nur an eine Bemerkung der Kollegin  von Anne Kamp, ".... dass man, wenn man das DAO- Präparat einnimmt auch in gewissem Umfang histaminreich essen sollte." Warum? Was sollen die Enzyme denn abarbeiten, wenn nichts histaminhaltiges im Essen ist? Dann macht nämlich das Enzym Beschwerden. Und genau das ist beim Klienten passiert.
Das sind keine Fälle, die ich mir aus den Fingern gesaugt habe.
Immer kritisch bleiben und sich vielleicht an anderer Stelle fachlich informieren.


Montag, 18. September 2017

News aus der Ernährungswelt

Lange war es ruhig hier, aber ich bin kein Freund davon mit Gewalt Artikel in meinen Blog zu setzen oder schon weit im Vorhinein zu planen, was wann veröffentlich wird.
Da muss bei mir aus dem Bauch heraus kommen.
Ich möchte  einfach ein paar Neuigkeiten hier aufgreifen,die in meiner Berufswelt gerade für Gesprächsstoff sorgen.
Zuallererst:
Die DGE (Deutsche Gesellschaft für Ernährung) hat ihre Ernährungsempfehlungen überarbeitet. Das ist ein kleiner Schritt in Richtung: Mehr Beratungsmöglichkeiten, mehr Individualität.
Vielleicht hat ja auch die Petition, die ich hier vorgestellt habe und die eine große Reichweite erzielt hat, dazu beigetragen. Hier ein Artikel, der die neuen mit den alten Empfehlungen vergleicht..
Dann ging es bei Spiegel- online um eine weltweite Studie, die gezeigt hat,  dass es 10 Millionen Tote durch falsche Ernährung gab.Warum wird präventiv immer noch so wenig getan oder aber : Warum werden die Ernährungsempfehlungen nicht umgesetzt? In Beratungsgesprächen erlebe ich immer wieder, dass die Betroffenen  wissen, woher ihr Problem kommt. Aber wenn es immer noch Ärzte gibt, die nicht daran glauben, dass eine Ernährungsumstellung von Nutzen ist? Es gibt ja auch immer noch Ärzte, die bei einem erhöhten Cholesterinspiegel Eier und Butter verbieten. ;-) Ich gehe davo naus, dass Kolleginnen und Kollegen auf dem neuesten Stand in der Beratung sind.
 Also weiter am Ball bleiben.
Der Kollege Dr. Friedhelm Mühleib hat in seinem Tellerrandblog eine Thematik, die aufgegriffen, die Zündstoff liefert. Die Krankenkassen bezuschussen die Ernährungstherapie zu knapp. Dr. Mühleib titelt: "Krankenkassen: Nur Almosen für die Ernährungstherapie"
Das mögen bitte all diejenigen lesen, die gerade im Moment bei Facebook in diversen Foren darüber schreiben, dass Ernährungsberater überteuert sind. Und immer bedenken: Ich übe meinen Beruf aus, ich möchte davon meinen Lebensunterhalt bestreiten (das habe ich bereits vor vier Jahren hier thematisiert) . Die wenigsten diskutieren mit Handwerkern über den Stundensatz, warum mir mir bzw. mit uns? Es gibt ja Zuschüsse von den Krankenkassen, wenn es zum Teil auch nicht viel ist. Beim Handwerker gibt es die nicht.
Allen einen guten Start in die Woche. 



Freitag, 1. September 2017

Die Codecheck- App:Palmöl erkennen und noch viel mehr

Im ersten Beitrag zum Palmöl habe ich Euch zum Schluss versprochen, dass ich Euch eine App vorstelle, die jedem, der an dieser Thematik interessiert ist, das Leben dann doch in bisschen leichter macht.
Ich hatte ja schon erwähnt, dass Palmöl sich unter vielen Bezeichnungen versteckt. Bezeichnungen, die zum Teil nicht auszusprechen sind und dann auch noch behalten? Bei mir funktioniert das leider nicht.
Deshalb war ich dankbar für die Empfehlung der Codecheck- App.  Danke an den Freund meiner Tochter.
Ihr könnt die App auf der Homepage aber auch im Playstore runterladen.
Info aus der Website:
" Codecheck.info ist das Online-Produkthandbuch, das dir kostenlose Informationen zu Millionen Produkten zur Verfügung stellt. Das Prinzip ist ganz einfach: Scanne den Barcode eines beliebigen Produkts über dein Smartphone oder suche manuell nach dem Produkt deiner Wahl, um Sekunden später Produktinformationen zu Inhaltsstoffen bzw. Nährstoffen, Hersteller, Labels und mehr zu erhalten. Wir möchten kritischen Konsumenten bei der Kaufentscheidung helfen und liefern dir dazu nicht nur Herstellerangaben, sondern Inhaltsstoffbewertungen basierend auf renommierten Datenquellen wie der Verbraucherzentrale oder dem California Department of Public Health. Für Spezialbewertungen arbeiten wir unter anderem mit Greenpeace oder dem BUND zusammen. Auf Grundlage der detaillierten Produktinformationen und Empfehlungen, sowie den Vor- und Nachteilen der Codecheck-Community kannst du einzelne Produkte vergleichen und dich für das nach gesundheitlichen sowie ökologischen Gesichtspunkten beste Produkt entscheiden."

Für all diejenigen, die Kritik an der App gelesen haben hier ein Beitrag dazu. 


Als ich diese App auf meinem Handy hatte habe ich natürlich diverse Barcodes, die mir gerade in die Finger gefallen sind, gescannt. Innerhalb von Sekunden wurde mir angezeigt, wie die Inhaltsstoffe zu bewerten sind.  Dass viel Palmöl in Fertigprodukten steckt, das ist mir durchaus bewusst. Dass es auch in Kosmetika zu finden ist, habe ich auch schon gehört. Diese App zeigt aber noch andere bedenkliche Inhalte an. Und da war ich dann wirklich verschreckt. Hormonaktive Substanzen in Duschgel, in Gesichtcremes in Hairstyling-Produkten? Wer möchte das? Ich nicht.
Ich scanne jetzt erst einmal weiter. Sortiere dann aus und ersetze durch Produkte (für Küche und Bad), bei denen ich mich gut fühle.
Ich habe  drei Screenshots aneinandergefügt, damit Ihr Euch vorstellen könnt wie so ein Scan aussieht.
Es handelt sich um einen  Gemüsesaft, ein sehr teures Duschgel und ein Shampoo aus einem Drogeriemarkt.
Ihr könnt jede Sparte anklicken und bekommt noch weitere Infos, warum bedenklich oder unbedenklich. Ein palmölhaltiges Produkt hatte ich nicht. ;-)

Ich bin auf Eure Berichte und Kommentare gespannt.

Donnerstag, 31. August 2017

Ungeduldige, ungläubige Ärzte

Ich bin gerade doch sehr frustriert.
Vor einigen Wochen kam ein Klient in meine Beratung, vom Arzt geschickt. Diagnose: "Adipositas per magna", also krankhaftes Übergewicht.
Ich frage immer nach aktuellen Laborwerten, weil ich mir daraus dann auch ein Bild machen kann wie ich die Ernährungsumstellung gestalten kann bzw. muss
Dieser Klient hatte sehr hohe Triglyceridwerte. Für mich bedeutet das immer im Ernährungsprotokoll zu schauen, wie viele Kohlenhydrate werden gegessen und in welcher Form.
Unser Körper ist ja immer noch auf "Hamstern " für Notzeiten angelegt. Bei einem Zuviel an Kohlenhydraten werden diese als sog. Trygliceride in der Leber gespeichert.
Für die Ernährungsumstellung bedeutet das, die Kohlenhydrate zu reduzieren (nicht ganz wegzulassen), Säfte und Alkohol  nehme ich  raus.
Alkohol sowieso,weil der behindert einfach alles.
Gut und schön. Ich habe die Ernährungsumstellung mit dem Klienten besprochen, es war am Anfang etwas schwierig, da Gewohnheiten verändert werden mussten. Wer das schon mal machen musste, der weiß, dass  Geduld gefragt ist.
Soweit so gut. Nach drei Wochen gingen besagte Bluttfettwerte  schon nach unten und das Gewicht auch, aber langsam.
Gestern bekam ich eine Mail des Klienten mit dem sinngemäßen Inhalt, dass der Arzt meint, eine Ernährungsumstellung alleine   bringe es nicht könnte und dass es viel zu lange dauert. Es wurde ein Medikament verschrieben. Diese Fibrate haben aber auch Nebenwirkungen.
Ich weiß im Moment nicht, wie sich mein Klient entscheidet. Positiv stand er diesem Medikament nicht gegenüber. Aber wenn der Doktor etwas sagt, vielleicht war ja mittlerweile auch  ein Pharmareferent in der Praxis? Ein Schelm...
Auf jeden Fall werde ich den Kontakt zum Arzt suchen.


Sonntag, 27. August 2017

"Micha´s (dicke) Gedanken" im Interview

Den Blog von Michael Wirtz habe ich bereits vor einiger Zeit hier vorgestellt und ich folge seinen Beiträgen immer noch sehr gerne.
Ich freue mich sehr, dass er sich bereit erklärt hat mir ein paar Fragen in Form eines Interviews zu beantworten und zwar aus der Sicht einens "Betroffenen"
Es ist ein etwas längerer Text daraus geworden, kürzen wollte ich aber nicht, da ich die Antworten interessant finde.


SH: Was hat Dich dazu bewogen  Dich einer bariatrischen OP* zu unterziehen?
MW: Außer dem Gewicht von knapp 160kg? Über lange Zeit war ich davon überzeugt, dass ich es auch ohne eine Operation schaffe. Männer können sowas … sich gut einreden.
Als ich dann bei der Arbeit an einem Tag beinahe zusammengebrochen bin, habe ich beschlossen das Thema anzugehen.

SH: Wonach wurde entschieden, welche OP-Methode für Dich die Richtige ist?
MW:Letztendlich war für mich klar, dass nur der Magenbypass in Frage kommt. Gerade vor dem Hintergrund, dass ich Stressesser war / bin und dem süßen Lebensmitteln zugetan war.

SH: Eine OP ist eine Entscheidung, die das weitere Leben bestimmt. War Dir das bewusst, wie wurdest Du darauf vorbereitet?
MW: Glücklicherweise kannte ich sehr viele Betroffene, die sich bereits einer Magenoperation unterzogen hatten und habe auch bei beobachten können was passieren kann wenn man sich nicht an die Vorgaben hält oder unvorsichtig wird. Ich habe mich sehr intensiv mit der Zeit beschäftigt und hatte viel Respekt vor der Zeit nach OP. Der Austausch mit Betroffenen war wohl der wichtigste Part in der Vorbereitung.
SH: Hattest Du das Gefühl, dass du im Rahmen des Multimodalen Konzeptes gut auf die Zeit nach OP vorbereitet wurdest? Wenn nicht, was hat Dir gefehlt, wenn ja, was war gut?
MW: Dummerweise hatte ich schon einiges an Vorwissen, so dass ich mich dann im Rahmen der konservativen Therapie auf andere Dinge konzentriert habe. Nämlich auf mein Essverhalten und eine wirklich versuchte Ernährungsumstellung. Ich glaube ich war ein schwieriger Patient.
SH: Als Diätassistentin frage ich mich natürlich: Warum wurde nicht früher etwas unternommen? Hast Du bereits früher etwas versucht z.B. eine Ernährungsumstellung und warum ist das dann gescheitert?
MW: Na ja, als Kind wurde ich bereits in eine Kur in eine Kinderklinik geschickt. Man hat also früh versucht entgegenzuwirken. Die Umsetzung zu dieser Zeit war leider suboptimal. Auch von therapeutischen Ansatz her.
Ich habe es später durch Sport auch geschafft immer so im Bereich 100-120 kg zu bleiben. Als der wegfiel kam ich dann bei knapp 160 kg an. Ich wäre vor 20 Jahren auch nie auf die Idee gekommen eine Diätassistentin aufzusuchen. Ich wusste damals auch gar nicht, dass es sowas gibt.

SH: Welche Vorteile hat  Dir die OP gebracht und gibt es auch Nachteile?
MW: Zuerst einmal der immense Gewichtsverlust in den ersten 12 Monaten. Ich bin 160 kg auf unter 100 kg runter. Das war echt der Hammer. Sport hat wieder Spaß gemacht und ich bin viel agiler geworden. Natürlich tritt man auch in der Öffentlichkeit anders auf und man wird auch anders wahrgenommen.
Nachteilig war stellenweise, dass ich nicht alles an Gewürzen oder Speisen vertragen habe. Ich habe dies aber dann so hingenommen und eben darauf verzichtet. Nachdem sich ein Magengeschwür im OP als Loch in der Magenwand entpuppte, waren gewisse Unverträglichkeiten auch geklärt.
Letztendlich sehe ich selbst keine Nachteile, weil ich vorher wusste was auf mich zukommt. Da brauche ich im Nachhinein auch nicht jammern.
SH: Du gehst sehr kritisch mit dem Thema um, was ich auch immer wieder in Deinem Blog lese. Was ärgert Dich, was freut Dich?
MW: Mich ärgert die Ignoranz seitens der Politik und der Kassen im Umgang mit der Adipositas. Bis zur OP läuft alles unter dem Deckmantel der Prävention. Es ist furchtbar, dass die medizinischen Dienste und Kassen  – gerade in Süddeutschland – anscheinen willkürlich erstmal alle Kostenübernahmeanträge ablehnen. Mich ärgert es, dass wir die Selbsthilfe nicht unter ein Dach bekommen. Ich habe das Gefühl, das viele Angst haben, sie bekommen etwas weggenommen. Mich ärgern Betroffene, die zwanzig Leute oder eine Facebookgruppe mit 1.000 Leuten um Rat fragen und das einfachste für sich rausziehen. Mich ärgern die dauerhaften falschen Tipps und Informationen auf Facebook. Und es ärgert mich wenn erfahrene Betroffene von Fachleuten als doof hingestellt werden. Haben wir noch ein paar DIN A4 Seiten?
Mich freut, wenn das Thema „Adipositas“ in der Fachpresse korrekt behandelt und dargestellt wird. Wenn Betroffene berichten, dass sie von ihren Ärzten ernst genommen werden. Es freut mich tierisch, dass das Programm „Junge Adipositas“ für Kinder und Jugendliche in diesem Jahr mit 2 Gruppen starten konnte. Ich freue mich über jeden, der es schafft mit oder ohne OP Gewicht zu verlieren und auch sein Leben so zu ändern, dass er / sie dabei stabil bleibt. Und ich freue mich, dass es mit der Kampagne „schwere(s)los“ eine anerkannte Kampagne gibt, die auf politischer Ebene anerkannt wird.


SH: Thema SHG = Selbsthilfegruppe. Im Rahmen des MMK ist die Teilnahme Pflicht. Wie sollte solch eine Gruppe geführt werden und wer sollte sie leiten?
MW: Na ja, die Teilnahme an der SHG wird  leider nur empfohlen. Letztendlich ist es immer gut, wenn es eine homogene Gruppe ist. Die SHG Leitung sollte nicht als Alleinunterhalter dienen, sondern eher Moderator sein. Es schadet der SHG Leitung auch nicht ab und zu über den Tellerrand zu schauen, sich mit anderen auszutauschen. Auch darf eine SHG Leitung sich fortbilden. Und vor allem soll eine SHG dem Austausch dienen und kein Kaffeekränzchen sein.
Über das „Wer“ hatte ich schon Diskussionen mit NAKOS. Wir sind da etwas unterschiedlicher Meinung. Ich denke, dass es immer ein(e) Betroffene(r) sein muss. Kein Arzt, keine Ernährungsfachkraft, kein Therapeut oder sonst jemand der damit sein Geld verdient, sollte eine SHG leiten. Es geht hier um die Unabhängigkeit der Selbsthilfe. Das ist manchen so schwer zu vermitteln, wie die Tatsache, dass eine SHG keiner Klinik gehört. Das gefällt manchen zwar nicht, aber es ist leider so.
SH: Ist es sinnvoll auch nach dem Eingriff weiter in einer SHG zu bleiben und wenn ja, warum?
MW: Ja das ist durchaus sinnvoll. Gerade in den ersten 12-15 Monaten nach dem Eingriff verändert sich alles. Nicht nur das Gewicht. Da kann die SHG immer nur hilfreich sein. Gerade beim Thema „Unverträglichkeiten“ und so kann die Gruppe sehr hilfreich sein. Auch kommt es öfter vor als man denkt, dass es Probleme in der Partnerschaft gibt. Auch diese Erfahrungen sind in der Gruppe oftmals vorhanden.
SH: Supplementation- immer ein kritisches Thema. Was hälst Du hierbei für zwingend notwendig? Wie ist Deine Einstellung dazu?
MW: Es gibt ja Stimmen – auch aus der Ärzteschaft – die behaupten, das Thema wäre nicht so wichtig. Ein paar Vitamine A-Z würden ja ausreichen. Und dann stellt man sich als Betroffener und Laie hin und muss den Fachleuten erklären wo welche Vitamine aufgenommen werden und warum es z.B. mit Magenbypass eben nicht ausreicht nur normales Calcium zu nehmen sondern dass es wichtig ist Citrate zu nehmen. Es gibt 3 Hersteller, die Vitaminpräparate speziell für Magenoperierte herstellen. Die Dosierungen richten sich in der Regel an die Empfehlungen der ASMBS  . Alle die, die mir immer erzählt haben, dass sie keine Vitamine nehmen, weil alles gut ist, fallen nach 3-4 Jahren in einen Mangel. Calcium ist wichtig, da es in den Blutuntersuchungen nicht nachweisbar ist, ob ein Mangel besteht. Wenn im Blut Calcium fehlt holt sich das Blut das Calcium aus den Knochen und Zähnen.
Eiweiß ist wichtig, da ich ja toll in den ersten 12 Monaten abnehmen, aber eben auch Muskelmasse verliere. Bei den anderen Vitaminen sind A,D,E,K sowie B12 und B6 immer gerne genommen. Bei Eisen müssen gerade die Damen aufpassen. Einmal im Eisenmangel ist es schwer diesen in den Griff zu bekommen.
SH: Stell Dir vor es kommt eine Fee zu Dir, die Dir drei Wünsche erfüllt und zwar im Hinblick auf  a) Arzt (Hausarzt)- vielleicht magst Du da etwas differenzieren  
MW: Von den Hausärzten würde ich mir wünschen, Adipositas als Krankheit gesehen wird und die Betroffenen nicht mit „Essen Sie weniger“ oder „Nehmen Sie ab“ abgespeist werden.
Von den Fachärzten wünsche ich mir, dass sie ab und an auch auf das vertrauen, was die Patienten sagen. Ein „Das kann nicht sein“ hat sich schon oft als „Kann doch sein und ist so“ herausgestellt.
b)beratende Diätassistentin oder andere Ernährungsfachkraft
Ein alter Satz von mir in einem Raum voller Ernährungsfachkräfte war einmal „Die Diätassistentin ist der natürliche Feind des Adipösen“ Die fanden das nicht witzig. In den letzten Jahren hat sich die Qualität der Beratung immens verbessert. Es hat anscheinend ein Umdenken stattgefunden. Vereinzelt hat man noch ein paar Ausfälle, wo „Standard“ durchgezogen wird. Aber ich beobachte, dass die individuelle Beratung, mit fundiertem Wissen und einem psychischen Verhaltensansatz genau der richtige Weg ist
c) die Betroffenen selbst    
Ohh .. da kann noch noch zig Seiten schreiben. Ok …
Liebe Betroffene, die Ernährungsfachkraft ist NICHT Euer Feind. Seid offen zu ihr, was Euer Essverhalten angeht. Wenn ihr Euch mit dem Thema OP beschäftigt, denkt daran. Die OP ist nur die Krücke. Alles danach müsst ihr selbst machen. Nutzt die Hilfe die man Euch anbietet und seht Kritik als das was es ist. Eine Hilfestellung. Es ist nicht hilfreich, 2 Wochen nach OP eine Currywurst zu probieren. Und geht in eine Selbsthilfegruppe. Und falls die Gruppe nicht zu Euch passt, geht in eine andere.
Nutzt die Zeit des MMK um Euch auf die OP vorzubereiten und „nehmt“ Eure Partner mit. Redet mit ihnen. Auch für die ist es eine Umstellung und sie wissen nicht was passiert.
Zu guter Letzt. Die OP ist nur der Anfang eines langen Weges, Das Thema „Essen“ wird Euch Euer Leben lang begleiten. Und das wird Euch dann so 2 – 3 Jahre nach OP bewusst, wenn Ihr evtl. wieder Gewicht zulegt. Einmal adipös immer adipös. Klingt hart, sorry.
               

Ganz herzlichen Dank für die ausführlichen Antworten.