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Sonntag, 18. Juni 2017

gelesen: "Pharma Crime"

...kopiert, gepanscht, verfälscht- Warum unsere Medikamente nicht mehr sicher sind.
Autoren: Danuta Harrich-Zandberg und Daniel Harrich, erschienen im Heyne-Verlag; ISBN:978-453-20148-4; Preis: 16,99€

Das ist mich für das Thema Pharmakologie interessiere habe ich hier bereits geschrieben.
Aber dieses Buch ist ein anderes Kaliber. Ein Krimi, den das wahre Leben geschrieben hat. Total spannend,wenn es nicht so traurig wäre, da es um Menschenleben geht.
Am 17.5.17 gab es inder ARD einen Themenabend zum Thema Medikamentensicherheit.
Beim Film "Gift" hatte ich immer noch im Hinterkopf: Es ist ein Film,aber ich wurde schon etwas unruhig.
Im Anschluss daran lief eine halbstündige Dokumentation , die mir dann vor Augen geführt hat:
Die Lage ist ernst.
Mit diesem Buch habe ich noch viel mehr an die Hand bekommen, was mir sagt:
" Wenn es ums Geld geht, dann gehen auch Menschen, die mit Medikamenten zu tun haben, im wahrsten Sinne des Wortes über Leichen"
Was ich sehr beunruhigend finde ist, dass es meist um Medikamente geht, die lebenserhaltend wirken, die stark nachgefragt sind, wie z.B. Zytostatika, Antibiotika oder Medikamente, die bei HIV eingesetzt werden.
Das Beispiel des Apothekers aus Bottrop, der Zytostatika gestreckt hat, was quasi bei mir um die Ecke passiert ist...
Menschen haben sich von diesen Medikamenten eine Besserung erhofft. Aber wer kann noch nachweisen, dass die Menschen nicht an ihrer Grunderkrankung gestorben sind?
Was passiert, wenn Antibiotika gestreckt werden? Der Wirkstoff ist niedriger dosiert, die Keime können sich daran "gewöhnen" und werden resistent.
Viele Medikamente werden mittlerweile aus Kostengründen nicht mehr in Deutschland hergestellt. Länder wie China und Indien sind da auf dem Vormarsch. Die haben beileibe nicht diese Standards in der Herstellung, wie es gewünscht  ist. Das nennt sich dann "Sub-Standards"
Studien werden gefälscht, die Existenz von "Aussteigern" (Whistle Blower) wird zerstört.
Erinnert Ihr euch an den Tod von Prince? Er war nie auffällig geworden durch Drogenexzesse oder Medikamentenmissbrauch. Er stirbt aber an der Einnahme eines Schmerzmittels. Später stellt sich heraus, dass dieses Medikament gefälscht war.
Ich und Ihr wahrscheinlich auch fragt Euch jetzt:"Was können wir denn dagegen tun?"
In Panik zu verfallen, das bringt nichts. Das ist auch nicht das Anlieger der Autoren, ganz im Gegenteil. Sie wollen senibilisieren, sie wollen, dass wir aufmerksam werden und auch bleiben.
Medikamentenfälschungen sind teilweise durch die Aufmerksamkeit der Patienten entdeckt worden.
Wie kann das sein? Veränderungen der Farbe,  Formulierungen in einem schlechten Deutsch im Beipackzettel, Veränderungen der Originalverpackung...alles melden. Die Apotheker sind verpflichtet diese Infos weiterzugeben.
Beispiel einer Chemotherapie: Das gleiche Mittel wird verabreicht. Beim ersten Mal massive Nebenwirkungen, beim zweiten Mal keine Reaktionen. Den Arzt darauf ansprechen.
Wir sind alle für uns selbst verantwortlich. Also unsere Selbstbestimmung nicht am Empfang der Arztpraxis oder am Tresen in der Apotheke abgeben.
Passt auf Euch auf und bleibt kritisch. Leider gilt auch in diesem Bereich: "Geld regiert die Welt"

Pharma-Crime: Kopiert, gepanscht, verfälscht - Warum unsere Medikamente nicht mehr sicher sind*
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